Projektdokumentation

Thema des Projektes:

Überwachung der von der Firma eingesetzten Server

Name:

Sascha Schwarz

Datum der Abgabe:

25.04.2008

Ausbildungsberuf:

Fachinformatiker/Systemintegration

Betrieb:

Firma

Ausbildender Betrieb:

Firma

Inhalt der Projektdokumentation

1 Projektbeschreibung..............................................................

3

1.1 Einleitung...................................................................

3

1.2 Projektbeschreibung.......................................................

3

1.3 Projektumfang..............................................................

3

2 Ist-Analyse..........................................................................

3

2.1 Ist-Analyse..................................................................

3

2.2 Administration.............................................................

4

3 Soll-Konzept........................................................................

5

3.1 Anforderungen.............................................................

5

4 Projektplanung.....................................................................

6

4.1 Projektphasen mit Zeitplanung...........................................

6

4.2 Meilensteinplanung........................................................

7

5 Evaluierung der Software.......................................................

8

5.1 Auswahlmatrix.............................................................

8

5.2 Auswahl der Software.....................................................

8

5.3 Kosten-Nutzen-Analyse...................................................

9

6 Überwachungsübersicht.........................................................

10

7 Realisierung........................................................................

10

7.1 Anlegen des Users und der Gruppe nagios.................................

10

7.2 Kompilieren und Installieren des Quellcodes............................

10

7.3 Installation der Nagios-Plugins..........................................

11

7.4 Installation von nrpe auf den zu überwachenden Servern............

12

7.5 Konfiguration von Nagios................................................

13

8 Qualitätssicherung................................................................

14

8.1 Grundsätzliche Überprüfungen der Konfiguration....................

14

8.2 Abschlusstests .............................................................

15

Anhang A - Glossar...................................................................

16

Anhang B - Beispiele der Konfigurationsdateien...............................

17

Anhang C - Übersicht der Server..................................................

21

Anhand D - Quellen...................................................................

22

1 Projektbeschreibung

1.1 Einleitung

Die Firma ist ein junges Unternehmen mit einem besonderen Leistungsangebot für den Online-Handel. Diese muss den industriellen Anforderungen unserer Kunden an die Verfügbarkeit und Performance bei einem sehr hohen quantitativen Wachstum gerecht werden. Es werden Produktclips für die größten Onlineshops in Deutschland bereitgestellt.
Dazu wird eine komplexe und hochverfügbare IT-Umgebung in verteilten Rechenzentren betrieben.

1.2 Projektbeschreibung

Ziel des Projektes ist die Überwachung der wichtigsten Server der Firma. Es handelt sich hierbei um 3 Webserver, einen Officeserver und einen Streaming-Server. Probleme sollten zeitnah erfasst werden und der zuständige Mitarbeiter soll auf dem schnellsten Weg benachrichtigt werden. Die Benachrichtigung erfolgt dabei per E-Mail und per SMS. Diese Überwachung und Benachrichtigung soll helfen, die Ausfallzeiten zu minimieren und Probleme mit den Ressourcen frühzeitig planen zu können. Der aktuelle Status der verschiedenen Server soll jederzeit über ein Benutzerinterface einzusehen sein.

1.3 Projektumfang

Der Umfang des Projektes ist die Evaluierung, technische Umsetzung und abschließende Tests der Realisierung.

Zu dem Projekt gehören die Auswahl einer geeigneten Überwachungssoftware, Auswahl der zu überwachenden Dienste, Ressourcen und die Konfiguration. Zum Abschluss des Projektes gehört die Durchführung von Funktionstests. Die Firma hat 5 unterschiedliche Softwareprodukte zur Auswahl gestellt.

2 Ist-Analyse

2.1 Ist-Analyse

Die Server, die überwacht werden sollen stehen teils im Rechenzentrum und teils in den Büroräumen der Firma. Sie verfügen über eine über das Internet erreichbare IP Adresse. Der Officeserver (Debian Linux) steht im Firmengebäude und ist über Twisted Pair (1000Mbit) mit dem Switch verbunden. Die 3 Webserver werden bei Host Europa gehostet und laufen ebenfalls unter Debian Linux. Der Streaming-Server (SUN Solaris) verfügt über eine 100Mbit Anbindung und wird bei Host Europa gehostet.

Der Streaming-Server verarbeitet die Requests der Kunden und stellt ihnen das angeforderte Videomaterial zur Verfügung. Auf dem ersten der Webserver ist die Internetpräsenz der Firma zu finden. Es handelt sich um ein Webhostingpacket und es ist kein Root-Zugang möglich. Der zweite Webserver steht den Herstellern zur Verfügung, um Produktvideos hochladen zu können. Der dritte Webserver fungiert als Datenbankserver mit MySQL und stellt dem Workflow verschiedene Webservices zur Verfügung.

Auf dem Officeserver ist die zentrale und folgende Dienste: LDAP, Samba und das Encoding der Videoclips. Ein Netzwerkplan ist im Anhang C zu finde. Derzeit findet keine Überwachung der Server statt.

Abbildung 1: Serverübersicht

2.2 Administration

Die Administration erfolgt durch festangestellte Mitarbeiter und externe Firmen. Die Mitarbeiter der Firma haben vollen Zugriff auf alle Maschinen, die externen Mitarbeiter haben vollen Zugriff auf die jeweiligen Server, die sie verwalten.

3 Soll-Konzept

3.1 Anforderungen

Durch ein Gespräch mit dem Abteilungsleiter wurde folgende Anforderungen definiert, die alle durch die Software erfüllt werden müssen:

4 Projektplanung

4.1 Projektphasen mit Zeitplanung

Diese Auflistung entspricht der Planung aus dem Projektantrag.

Tätigkeit

Solldauer

Istdauer

Differenz

Begründung

Analysephase

2h

2h

0h

IST-Zustand ermitteln

1h

1h

0h

SOLL-Zustand ermitteln

1h

1h

0h

Planungsphase

8,5h

10h

+1,5h

Projektplanung anfertigen

1h

1h

0h

Meilensteinplanung

0,5h

0,5h

0h

Evaluierung der Software

5,5h

7h

1,5h

Die Evaluierung war deutlich umfangreicher als erwartet, da nicht jede Lösung eine Online-Demo hat.

Kosten/Nutzen Analyse

1,5 h

1,5 h

0 h

Realisierungsphase

9,5h

7h

-2,5h

Beschaffung der Software

1h

1h

0h

Installation des Überwachungsservers

2,5h

0h

-2,5h

Es wurde ein bereits verfügbarer Webserver nach Absprache mit der Geschäftsführung gewählt

Installation und Konfiguration der Überwachungssoftware

6h

6h

0h

Abschlussphase

15h

16h

+1h

Testlauf und Fehlersuche

4h

4h

0h

Dokumentation

9h

9h

0h

Übergabe

2h

3h

+1h

Die Übergabe hat aufgrund mehrerer individueller Fragen länger gedauert.

Gesamt

35h

35h

0h

4.2 Meilensteinplanung

Nr.

Meilenstein

Planziel

Ziel erreicht am

Bemerkung

1

Projektstart

24.03.2008

24.03.2008

2

Ist- und Soll Zustand ermitteln

24.03.2008

24.03.2008

3

Projektplanung

25.03.2008

25.03.2008

4

Erstellung der Kriterien für die Auswahlmatrix

Anforderungen an die Software zusammengestellt

6

Evaluierung einer Softwarelösung

25.03.2008

25.03.2008

Die Evaluierung hat ergeben, dass Nagios das beste Produkt ist. Die Geschäftsführung entschied sich ebenfalls für Nagios

7

Beschaffung der Software und Basis-Installation

26.03.2008

26.03.2008

Download auf www.nagios.org

8

Konfiguration der gewählten Softwarelösung

26.03.2008

26.03.2008

9

Durchführung von Tests

27.03.2008

27.03.2008

Testszenarien mit gezielten Unterbrechungen von Leitungen und Abschalten von Diensten

10

Erstellung der Dokumentation

28.03.2008

28.03.2008

11

Projektabschluss

28.03.2008

28.03.2008

5 Evaluieren der Software

5.1 Auswahlmatrix

Die Firma hat folgende Softwarelösungen zur Auswahl gestellt.

Opensmart

BigBrother

Preis

0€

0€

0€

100$ pro monitored Node

Frotend

Browser CGIs

Browser CGIs

eigenes

Browiser CGIs

Festplattenüberwachung

CPU Idle Time

(snmp)

Load Average

(snmp)

ping

Webserver Standarts

(FTP,http. POP3, IMAP)

Gruppieren von Hosts

Service- und Hostabhängigkeiten

Empfehlung des Abteilungsleiters

Erfahrungswerte

Netzwerk-Visualisierung

OTRS-Unterstützung

SSH

5.2 Auswahl der Software

Nagios erfüllt alle Anforderungen die erfüllt werden sollen. Deshalb wird dieses Produkt gewählt.

Nagios ist frei im Quelltext und unentgeltlich auf der Homepage runterzuladen. Alle Systeme können zentral verwaltet werden und Änderungen an der IT können einfach und zeitnah erfasst werden. Es ist ohne weiteres möglich eigene Plugins zu programmieren, was im Zusammenhang mit den OTRS und dem Streamingserver einen enormen Vorteil bedeutet. Durch die Anpassung der Abhängigkeit der Hosts und Services kann gewährleistet werden, dass wirklich nur sinnvolle Warn- und Fehlermeldungen per Mail und SMS an den entsprechenden Mitarbeiter verschickt werden. Unnötige Nachrichten werden minimiert. Nagios hat eine belebte und große Community, die sehr hilfreich bei Fragen oder Probleme ist.

OpenNMS ist ein ebenfalls sehr gutes Produkt, das viele der Anforderungen erfüllt. Dadurch, dass jedoch die lokalen Ressourcen der einzelnen Server über SNMP kontrolliert werden und SNMP immer wieder durch Sicherheitslücken aufgefallen ist, hat die Geschäftsführung in Absprache mit mir diese Software abgelehnt.

OpenSmart und BigBrother erfüllen nicht den Umfang, der gewünscht ist, es ist nicht möglich die Überwachung mit diesen Tool vorzunehmen wie sie von der Geschäftsführung erwünscht ist.

5.3 Kosten-Nutzen-Analyse

Damit Produktvideos erfolgreich an die Onlineshop und Portal ausgeliefert werden können, muss gewährleistet werden das die Serverausfallzeiten so gering wie möglich gehalten zu werden. Jeder nicht beantwortet Request mindert den Umsatz.

Herstellern muss es möglich sein, jederzeit neues Videomaterial hochzuladen, damit die Shops mit aktuellen Videos versorgt werden können. Eine hochverfügbare IT-Infrastruktur sichert die Auslieferung von Videoclips, da dies das Kerngeschäft der ist, ist der Nutzen einer Überwachungssoftware sehr hoch.

Die Kosten einer solchen Lösung sind im Vergleich zum Nutzen sehr gering.

Installation und Konfiguration

*€

Lizenzkosten

*€

Laufende Kosten pro Jahr

*€

Total

*€

Die Kosten eines Ausfalls, der z.B. erst eine Stunde später bemerkt wird, kostet schon mehr als das Projekt. Ein Ausfall von einer Stunde von durchschnittlich XXX* Request in der Stunde kostet: XXX* Euro

* genaue Zahlen dürfen an dieser Stelle nicht genannt werden

6 Überwachungsübersicht

ftp

pop3

smtp

HDD

CPU

Ping

http

SSH

Zombies

Werserver1

Webserver2

Webserver3

Officeserver

Streamingserver

7 Realisierung

Nagios wird auf dem zweiten Webserver installiert, auf dem die Hersteller ihre Videos hochladen. Dort sind genug Ressourcen frei, da dort ausschließlich Datentransfer stattfindet. Dieses war keine Entscheidung, sondern eine Vorgabe.

7.1 Anlegen des Users und der Gruppe „nagios"

Nagios benötigt einen User unter der später der Prozess ausgeführt werden kann. Der Benutzer soll nagios heißen, die Gruppe erhält den gleich Namen. Der User nagios hat die UID 103 und die Gruppe nagios hat die GID 104. Das Home-Verzeichnis für den neuen User wird auf /var/run/nagios2 festgesetzt. Das Homeverzeichnis wird mit mkdir /home/nagios angelegt.

7.2 Kompilieren und Installieren des Quellcodes

Verwendet wird die Version 2.11, die man auf der Homepage von Nagios(http://www.nagios.org) kostenfrei herunterladen kann. Nach dem Herunterladen muss das Archiv noch mit dem Befehl: tar xfvz nagios-2.11.tar.gz entpackt werden. Durch Ausführen des Shell-Skriptes configure werden Systeminformationen gesammelt und dem Compiler übergeben. Zusätzlich werden noch folgende Parameter übergeben:

Parameter

Wert

Beschreibung

-with-htmlurl

/nagios2

Die URL unter der später die HTML Seiten liegen

-with-cgiurl

/usr/lib/cgi-bin/nagios2

Pfad zu den CGI-Programmen für das Webinterface

-prefix

/var/run/nagios2

Installationspfad

-with-nagios-user

nagios

User unter dem die Prozesse ausgeführt werden sollen

-with-nagios-group

nagios

Gruppenkennung unter der die Nagiosprozesse ausgeführt werden sollen

-with-openssl

/usr/bin/openssl

Pfad zur Installation von OpenSSL

Nach dem Aufruf von configure startet man das Übersetzten des Quelltextes (kompilieren) mit dem Befehl make. Zum Installieren in das Homeverzeichnis führt man make install aus.

Nach der Installation wird der Username und das Passwort mittels

htpasswd -c /etc/nagios2/htpasswd.users nagiosadmin gesetzt.

Nach der Bestätigung dieses Kommandos wird man aufgefordert ein Passwort zu wählen. Jetzt muss in der Datei /etc/nagios2/cgi.cfg das Flag use_authentication=0 auf 1 gesetzt werden, damit Nagios nur authentifizierte Benutzer zulässt.

Zum Abschluss der Installation wird Nagios neu gestartet(/etc/init.d/nagios2 restart) und im Browser unter der Adresse WEBADRESSE aufgerufen. Mit dem erfolgreichen Aufruf der Nagiosoberfläche ist die Installation abgeschlossen.

7.3 Installation der Nagios-Plugins

Damit Nagios überhaupt in der Lage ist, Dienste und Ressourcen zu überprüfen, müssen die verschiedenen Plugins installiert werden. Das Kernprogramm liefert die Funktionalität, um diese Plugins aufzurufen, auszuwerten und zu visualisieren. Die Plugins können ebenfalls unter www.nagios.org heruntergeladen werden. Zum Vorbereiten der Installation wird das Script configure ausgeführt. Zum Kompilieren und Installieren müssen die Befehle make und make install in der Shell ausgeführt werden. Beim Ausführen von configure kamen die Warnungen, dass der Radius und SNMP Plugin nicht installiert werden können, da benötigte Packete nicht vorhanden sind. Diese Meldung wurde aber nicht weiter beachtet, da SNMP und Radius im Betrieb nicht eingesetzt werden.

Da die Plugins alles eigenständige Programme darstellen, kann man sie ohne weiteres durch das Aufrufen in der Konsole testen. Zum Test der Installation wird das Plugin check_icmp ausgeführt.

Durch den Befehl cd /usr/lib/nagios/plugins

wechselt man in das Verzeichnis in dem die einzelnen Plugins liegen. Zum Testen wird der Befehl./check_icmp -H IPADRESSE

ausgeführt. Dieses Plugin führt ein Ping aus. Man erhält folgendes Ausgabe:

OK - 85.214.21.141: rta 0.341ms, lost 0%|rta=0.341ms;200.00;500.00;0; pl=0%;40;80;;

Die Ausgabe der Plugins erfolgt auf einer Zeile. Nagios wertet nur die ersten 300Byte der jeweiligen Ausgabe aus, der Rest der Ausgabe wird ignoriert. Alle weiteren benötigten Plugins werden auf die gleiche Art und Weise auf Ihre Funktionalität überprüft.

7.4 Installation und Konfiguration von nrpe auf den zu überwachenden Servern

Der Nagios Remote Plugin Executor(nrpe) wird benötigt, um lokale Ressourcen wie zum Beispiel die freie Festplattenkapazität und die CPU Auslastung zu überprüfen. Der nrpe führt aber nicht diese Überprüfungen selbst aus, sondern führt die lokalen Plugins auf dem System aus und übermittelt deren Ausgabe. Daher müssen diese Plugins auf dem Remote Rechner auch installiert sein.

Abbildung 2:Funktionsweise vom Nagios Remote Plugin Executor

Auf den Servern wird jeweils der Befehl apt-get install nagios-nrpe-server ausgeführt. Durch diesen Befehl wird der NRPE-Dienst und die Plugins automatisch heruntergeladen und installiert. Der Vorteil von der Installation mittels apt-get ist, dass abhängige Packet ebenfalls installiert werden. In diesem Fall werden die Plugins mit installiert.

Es werden die gleichen Tests durchgeführt wie bei der Installation der Plugins auf dem Nagiosserver um sicherzustellen, dass die Installation erfolgreich abgeschlossen wurde. In der Konfigurationsdatei vom nrpe(/etc/nagios/nrpe.cfg) muss eingestellt werden, welche lokalen Plugins vom nrpe ausgeführt werden dürfen. Die Syntax eines solchen Eintrages ist:

command[check_load]=/usr/lib/nagios/plugins/check_load -w 15,10,5 -c 30,25,20

Diesen definierten Befehl kann man vom Nagiosserver nun über den Plugin check_nrpe aufrufen. Ein Testaufruf vom Nagiosserver sieht wie folgt aus:

check_nrpe -H 85.214.21.141 -c check_load

Man erhält folgende Ausgabe auf dem Nagiosserver:

OK - load average:0.00, 0.00, 0.02|load1=0.00;15.000;30.000;0; load5=0.000;10.000;25.000;0; load15=0.020;5.000;20.000;0;

Mit dieser Ausgabe wird der Test erfolgreich beendet. Auf den Servern noch in der nrpe.cfg der Wert vom Flag allowed_hosts auf die IP Adresse des Nagiosserver gesetzt werden. So werden nur Anfragen von der IP des Nagiosserver verarbeitet.

7.5 Konfiguration von Nagios

Nach der Installation hat Nagios alle Konfigurationsdateien ohne Inhalt angelegt. Es sind aber Sample-Dateien dabei, die kopiert werden und anschließend abgeändert.

z.b. cp nagios.cfg-sample nagios.cfg

Hauptkonfigurationsdatei nagios.cfg

Die nagios.cfg ist die zentrale Konfigurationsdatei von Nagios. Diese Datei verweist auf alle weiteren Konfigurationsdateien, mit Ausnahme der CGI-Konfiguration. In der nagios.cfg werden die einzelnen Dateien durch cfg_file= festgelegt. Diese Zeilen werden ersetzt durch die Zeile cfg_dir=/etc/nagios2/conf.d Dieses Verzeichnis wird von Nagios rekursiv durchsucht nach allen Dateien mit der Endung .cfg. Diese Änderungen macht die spätere Verwaltung einfacher.

Command-Konfigurationsdatei commands.cfg

In dieser Datei sind alle Kommandos. Alles, was Nagios macht, wird in dieser Datei definiert. Auch hier wird die Sampledatei kopiert, da die Sampledatei recht umfangreich ist.

Es wird ein Kommando hinzugefügt. Es ist das Kommando um SMS zu verschicken. Da die Firma bereits ein Programm installiert hat um SMS zu verschicken, wird auf dieses lokale Programm auch zurück gegriffen.

CGI-Konfigurationsdatei cgi.cfg

Diese Datei ist für das Web Frontend zuständig. Hier wird auch wieder die Sampledatei kopiert, da in dieser Datei bereits die richtigen Pfade gesetzt wurden. Zugriffsrechte können hier bestimmt werden, momentan ist aber nur ein User vorhanden, also bekommt dieser User Zugriff auf alle CGI-Programme des Web Frontends.

Ressourcen-Konfigurationsdatei resource.cfg

In dieser Datei können Makros definiert werden. Nach dem Kopieren der Sampledatei ist ein Makro vorhanden:

$USER1$=/usr/lib/nagios/plugins

es ist der Pfad zu den Plugins.

Objekt-Konfigurationsdateien conf.d/*.cfg

Nagios hat viele Verschiedene Objekte. Es können unter anderem Hosts, Services, Kontakte, Gruppen oder auch Kommandos sein. Ein wichtiges Feature hierbei ist die Möglichkeit der Vererbung. Die Prinzipelle Syntax ist:

define object-type {

parameter wert

parameter wert

...}

Die verschiedenen Objekte werden in die *.cfg Dateien eingetragen. Es können Vorlagen (Templates) erstellt werden, deren Eigenschaft vererbt werden können. Beispiele für die Definition sind im Anhang B zu finden.

Nach dem Anpassen der verschiedenen Konfigurationsdateien und Eintragen aller Daten wird die Nagioskonfiguration mit dem Befehl nagios2 -v nagios.cfg überprüft. Dieser Befehl überprüft die komplette Konfiguration. Wenn die Konfiguration korrekt ausgeführt wurde, erhält man in der letzten Zeile der Ausgabe folgende Meldung:

Things look okay - No serious problems were detected during the pre-flight check

Nagios wird anschließend neugestartet durch Aufrufen von /etc/init.d/nagios2 restart.

8 Qualitätssicherung

Im Folgenden werden die Schritte beschrieben die zur Qualitätssicherung nötig sind.

8.1 Grundsätzliche Überprüfung der Konfiguration

Zur grundsätzlichen Überprüfung der Konfiguration wird das Web Frontend über den Browser aufgerufen. Nach der Eingabe von Benutzernamen und Passwort, erhält man die Nagiosstartseite. Über den Menüpunkt „Host Detail" erhält man eine Übersicht aller Hosts. Es wurden alle 5 Host eingetragen. Durch Klicken auf „Service Detail" kann man die ausgegebene Liste mit der Überwachungsliste vergleichen. Es werden alle gewünschten Services überwacht. Nach dem Aufrufen und der Konrtrolle der Ausgabe der einzelnen CGI-Scripte werden diese Tests positiv abgeschlossen.

8.2 Abschließende Tests

Testszenario

Durchführung

erwartetes Ergebnis

tatsächliches Ergebnis

Officeserver ist nicht via Ping erreichbar

Die Firewall am Server wurde so konfiguriert, dass keine Pings beantwortet werden

E-Mail an den zuständigen Mitarbeiter

Administrator wurde via E-Mail benachrichtigt.

Kein Speicherplatz verfügbar für Hersteller, um Produktvideos hochzuladen

Verfügbarer Speicherplatz wurde kurzzeitig gleich gesetzt mit der aktuellen Datenmenge

Benachrichtigung des zuständigen freien Mitarbeiters, besteht das Problem länger als 24 Stunden muss der Administrator benachrichtigt werden.

Freier Mitarbeiter wurde benachrichtigt; Test konnte keine 24 Stunden ausgeführt werden, um die zweite Benachrichtigungsstufe zu testen.

FTP Zugang auf dem Webserver nicht möglich

Port 21 wird per Firewall geblockt

Ab einer Ausfallszeit von länger als 2 Stunden wird der Auszubildende benachrichtigt; besteht das Problem länger als 8 Stunden wird der Administrator benachrichtigt.

Nach 2 Stunden hat der Auszubildende eine E-Mail erhalten; nach 8 Stunden hat der Administrator eine SMS bekommen, da es ein Samstag war.

Fehler beim Aufrufen des Streamings

Die Datei zum Teststeaming wurde auf dem Server umbenannt

E-Mail an den freien Mitarbeiter, SMS an den Administrator und an die Geschäftsführung, wenn der Fehler länger als 30min besteht.

Alle bis auf die Geschäftsführung wurden korrekt benachrichtigt.

Fehler: falsche Handynummer eingetragen.

Anhang A

Glossar

CGI-Programm/Script

Programm, das auf das Common User Interface zurückgreift, um Webseiten dynamisch zu gestalten. In Nagios werden die Statusberichte im Web Frontend mittels CGI-Programme erstellt.

GID

Group identification (Gruppen Identifikation) - ist eine einmalige im Unixsystem für eine Gruppe vergebene Identifikationsnummer.

NRPE

Nagios Remote Plugin Executor - ermöglicht Nagios Plugins auf entfernten Rechner auszuführen und sendet deren Ausgabe an den Nagiosserver.

Makro

Liefert nach dem Aufruf einen bestimmten Wert zurück.

OTRS

Open Ticket Request System - ist ein Trouble Ticket System

Request

Aus Sicht der Firma- die Anfrage eines Kunden(Shops) nach einem Produktvideo

Sampledatei

Dateien, die bei der Installation mit kopiert werden und beispielhafte Konfigurationen enthalten.

SNMP

Simple Network Management Protocol - ist ein Protokoll, das es ermöglicht, Netzwerkgeräte zu überwachen

Streaming

Aus Sicht der Firma - das Ausliefern eines Produktvideos an einen Shop.

UID

User identification(User Identifikation) - ist eine einmalige im Unixsystem für einen User vergebene Identifikationsnummer.

Anhang B

Konfigurationsdateien

contacts_nagios2.cfg

In dieser Datei werden die verschiedenen Kontakte definiert. Alle freien Mitarbeiter, Administratoren und die Geschäftsführung werden in diese Datei in folgender Form eingetragen:

define contact{

contact_name sschwarz

alias Sascha Schwarz

service_notification_period 24x7

host_notification_period 24x7

service_notification_options w,u,c,r

service_notification_commands notify_by_email

host_notification_commands host-notify-by-sms

email E-MAIL@E-MAIL.E_MAIL

pager +49 (NUMMER)

}

In diesem Beispiel wird der Kontakt sschwarz angelegt. Er wird 24 Stunden und 7 Tage die Woche benachrichtigt, bei allen Meldung.

Ebenfalls werden 3 Gruppen angelegt: Geschäftsführung, freie Mitarbeiter, Administratoren.

commands.cfg

In dieser Datei werden Kommandos definiert. Eine Definition sieht wie folgt aus:

define command{

command_name host-notify-by-sms

command_line /usr/bin/printf "%b" "Host '$HOSTALIAS$' is $HOSTSTATE$\nInfo: $HOSTOUTPUT$\nTime: $LONGDATETIME$" | /usr/bin/mmsms -n $CONTACTPAGER$

}

Es wird das Kommando host-notify-by-sms erzeugt, das Kommand greift auf den Befehl /usr/bin/mmsms zurück.

host-gateway_nagios2.cfg

In dieser Datei müssen alle Host eingetragen werden. Es ist aber möglich, einen Generic-Host anzulegen, der dann als Vorlage für alle weiteren Host fungieren kann.

Generic-Host:

define host {

name generic-host

notifications_enabled 1

event_handler_enabled 1

flap_detection_enabled 1

failure_prediction_enabled 1

process_perf_data 1

retain_status_information 1

retain_nonstatus_information 1

check_command check-host-alive

max_check_attempts 10

notification_interval 0

notification_period 24x7

notification_options d,u,r

contact_groups admins

register 0

}

Ein Host wird mit dem Eintrag:

define host {

host_name webserver1

alias server.de

address IPADRESSE

use generic-host

}

definiert. Es wird hier der erste Webserver angelegt, der die IP Adresse IPADRESSE hat. Dieser Server benutzt generic-host als Vorlage.

hostgroups_nagios2.cfg

In dieser Datei werden die die Hosts gruppiert. Beispieleintrag:

define hostgroup {

hostgroup_name streaming

alias Streaming-Server

members streamingserver

}

Hier wird die Gruppe für die Streaming-Server angelegt, in der je nach Bedarf weitere Server hinzugefügt werden können

services_nagios2.cfg

In dieser Datei werden alle Services definiert. Ein Service ist ein Check eines Dienstes oder einer Ressource.

Als ersten kann man auch hier wieder den generic-service definieren, der später als Vorlage für weite Definitionen dienen soll.

define service {

name generic-service

active_checks_enabled 1

passive_checks_enabled 1

parallelize check 1

obsess_over_service 1

check_freshness 0

notifications_enabled 1

event_handler_enabled 1

flap_detection_enabled 1

failure_prediction_enabled 1

process_perf_data 1

retain_status_information 1

retain_nonstatus_information 1

notification_interval 0

is_volatile 0

check_period 24x7

normal_check_interval 5

retry_check_interval 1

max_check_attempts 4

notification_options w,u,c,r

contact_group admins

register 0

}

Die unterschiedlichen Services, die benötigt werden, können anschließend wie folgt definiert werden.

define service {

hostgroup_name streaming

service_description Streaming-Load

check_command check_nrpe!check_disk

!10% 5% /var

use generic-service

}

In diesem Beispiel wird ein Check auf allen Streamingservern über den nrpe lokal ausgeführt.

timeperiods_nagios2.cfg

In dieser Datei können Zeitspannen definiert werden. In diesem Beispiel definiert man die Arbeitszeit der Administratoren:

define timeperiod {

timeperiod_name workhours

alias Arbeitszeit der Admins

monday 08:00-16:00

tuesday 08:00-16:00

wednesday 08:00-16:00

thursday 08:00-16:00

Friday 08:00-16:00

}

Die tägliche Arbeitszeit der Adminstratoren wird hier von Montags bis Freitags von 08:00 - 16:00 festgelegt.

Anhang C

Übersicht der Server

ÜBERSICHTSBILD*

Server

IP

Aufgabe

Anhang D

Quellen

Literatur:

Linux Magazin - Technical Review 02

Wolfgang Barth - Nagios System- und Netzwerk-Monitoring

Webseites:

http://www.nagios-portal.de

http://entwickler.de

http://www.nagios-portal.de

http://www.nagios-wiki.de

http://wikipedia.org

http://www.nagios.org/

Download als PDF: Projektdokumentation.pdf

Bildbearbeitung: www.adtp.de

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